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Do’s und Don’ts im Aquarium

Fast täglich werden wir mit Anfängerfragen konfrontiert und leider werden diese Fragen sehr häufig zu spät gestellt. Wir versuchen mit dem folgenden kleinen Text auf die grössten Anfängerfehler aufmerksam zu machen, dies im Interesse der Tiere und Eures Geldbeutels.

Vor dem Kauf

Bist Du bereit täglich dem Aquarium etwas Zeit, sagen wir 10 Minuten, zu opfern? Ein- bis zweimal im Monat steht Wasserwechsel und Filterreinigung an (niemals beides zusammen!). Dies verlangt nach etwas mehr Zeit. Bist Du auch dazu bereit?

Welche Tiere möchtest du pflegen? Vor dem Kauf eines Aquariums solltest Du Dir Gedanken über Art und Anzahl der Tiere machen welche Du pflegen möchtest. Dies bestimmt wie gross das Aquarium sein muss und Du gehst nicht mit falschen Vorstellungen ins Zoofachgeschäft. Verlasse Dich niemals blind auf die Beratung im Geschäft. Manche Geschäfte machen ihre Sache gut, manche leider nicht. Im Endeffekt bist allein DU verantwortlich für das Wohlergehen der Tiere.

Nach dem Kauf

Wir setzen jetzt voraus, dass Du ordentlich beraten wurdest und ein Aquarium erstanden hast welches zu Deinem zukünftigen Fischbesatz passt. Technikfragen wie “Aussen- oder Innenfilter, Röhre oder LED, warum Co2-Düngung” sollen Dich am Anfang nicht verunsichern. Eine adäquate Beratung sollte diese Detailfragen schon geklärt haben. Falls nicht: JEDER Filter funktioniert sofern er richtig dimensioniert ist. Die Unterschiede, bzw. die Vor- und Nachteile wirst Du im Laufe der Zeit kennenlernen und Du kannst dann immer noch umsatteln.

Vor Dir steht jetzt also ein leeres Aquarium (welch trauriger Anblick), inklusive Beleuchtung, Filter und in den meisten Fällen auch einem Regelheizer. Bevor wir mit dem Einrichten beginnen noch zwei Sicherheitshinweise:
– unter jedes Becken gehört eine Sicherheitsunterlage aus Moosgummi um Spannungen und leichte Unebenheiten auszugleichen
– bei Arbeiten im Wasser ist der Heizregler vom Stromnetz zu trennen (gilt auch beim Wasserwechsel)

Die Einrichtung

Vorab: Kunststoff hat im Aquarium nichts zu suchen! Es besteht immer die Gefahr, dass sich mit der Zeit giftige Stoffe im Wasser lösen – mit verheerenden Folgen. Die zählt ganz besonders für farbigen Kies. Von der Beleidigung für die Augen wollen wir nicht mal sprechen 🙂

Wir beginnen mit dem Bodengrund. Feiner Kies (immer auswaschen), naturbelassen, optimalerweise abgerundet, mehr braucht es nicht. Von Soil raten wir dringend ab, ausser bei Scaperbecken.

Alternativ kann man auch feinen (aquariumtauglichen) Sand verwenden, dieser wird jedoch schlechter durchflutet. Man sollte in dem Fall unbedingt auf die Hilfe von Panzerwelsen und/oder Turmdeckelschnecken zum Durchwühlen zurückgreifen.

Da das Thema Pflanzen schon etwas weiter reicht verweisen wir hier wieder an die Beratung im Fachgeschäft. Soviel sei gesagt: schnellwachsende Pflanzen wie die Vallisnerie helfen besonders zu Anfang überschüssige Nährstoffe aufzunehmen und helfen dadurch unerwünschten Algenwuchs in Grenzen zu halten.

Nun das Becken fluten und die Temperatur auf ca. 25 bis 26° Celsius einstellen. Je nach Besatz muss dies eventuell noch angepasst werden.

Das war’s fürs Erste. Das Aquarium muss jetzt “einlaufen”, dh. verschiedene Bakterienpopulationen müssen sich jetzt im Filter bilden welche nachher die biologische Filterung übernehmen wodurch es überhaupt erst möglich ist Fische ohne täglichen Wasserwechsel im Aquarium zu halten.

Diese Phase kann ein paar Wochen dauern, wir raten immer dazu mindestens 4 Wochen zu warten. Während dieser Phase sollte man minimal füttern damit die Bakterien auch etwas zum Abbauen haben. Die Zugabe von Filterstartbakterien kann die Einlaufphase unterstützen. Eine Wasseranalyse von Zeit zu Zeit veranschaulicht das Ansteigen (Peak) und Abfallen des Nitritwertes. Ist dieser Wert wieder gegen 0 gefallen kann man sich über die ersten Tiere Gedanken machen.

Die ersten Tiere

Das A und O eines gut laufenden Aquariums ist ein gut abgestimmter Fischbesatz!

Jedes Tier hat spezielle Ansprüche an die Wasserwerte, Temperatur, Grösse und Einrichtung des Aquariums, Strömung und Wasserbewegung, Sauerstoffsättigung und nicht zu vergessen: an seine Mitbewohner.

Informiert Euch im Vorfeld selbst, teilt dem Verkäufer Eure Vorstellungen mit und lasst Euch beraten ob der Besatz passt oder Änderungen vorgenommen werden sollten. Es gibt immer eine Lösung. Beachtet die Ansprüche an die Wasserwerte, Temperatur, Einrichtung (Deko, Höhlen und Rückzugsmöglichkeiten) sowie die Charaktereigenschaften.